Das Gebäude der Gedenkstätte Moritzplatz in Magdeburg wurde im Kaiserreich als Gefängnis genutzt. Abgesehen von den 20er-Jahren diente es bis 1990 als Haftanstalt. Seit 1956 nutzte es das Ministerium für Staatssicherheit („Stasi“), um dort politische Häftlinge unterzubringen. Im Rahmen des Geschichtsunterrichtes besucht der 11. Jahrgang der Großen Schule seit dem letzten Jahr diese Gedenkstätte.
Kenntnisreich wurden die Klassen durch die Gebäude geführt und erfuhren, dass Häftlinge in getarnten Autos in das Gefängnis gebracht wurden, ohne dass ihnen der Haftgrund genannt worden wäre. Oftmals seien Häftlinge für Dinge verhaftet worden, die wir heute als „Kleinigkeiten“ betrachten, wie z.B. das Erzählen eines politischen Witzes. „Ich glaube, ich hätte meinen Mund nicht halten können“, sagte Nora daraufhin.
In der Haft seien die Häftlinge isoliert worden, um sie psychisch mürbe zu machen. „Das hätte ich sicher nicht ausgehalten“, befand Jeffrey Auch wurden sie kaum angesprochen und durften auf den Weg zu den Duschen im Nebengebäude oder zum Freigang nicht sprechen. Schon sobald jemand hustete, wurde der Freigang abgebrochen. Darüber hinaus habe das MfS den Tatverdächtigen Hafterleichterungen in Aussicht gestellt oder gewährt, wenn diese als „Spitzel“ anderen Informationen entlockten. Dazu brachte man den informellen Mitarbeiter als Zelleninsasse einem anderen Häftling.
(Lena Langhoff)
