Begleitet von Herrn Hantelmann und Herrn Elbel machten sich 20 Schülerinnen und Schüler des Seminarfachs Film am 25.09. auf, eine abwechslungsreiche, stimmungsvolle und lehrreiche Seminarfahrt nach Kanada anzutreten.

Kanada2017 klNachdem man sich mitten in der Nacht in Wolfenbüttel traf, um mit dem Bus zum Flughafen nach Amsterdam zu fahren, hieß das erste Ziel Toronto. Hier wartete der südkanadische Herbst bereits mit der ersten Überraschung auf, zeigte das Thermometer doch nicht weniger als 32°C. Nachdem die Stadt, die mit ihrer gläsernen Skyline, verschwenderischer Beleuchtung und stets verstopften Highways sehr US-amerikanisch geprägt ist, aus verschiedenen Blickwinkeln – aus 446 m Höhe vom CN-Tower aus, im Panorama von den sehr idyllisch angelegten Toronto Islands oder in Kleingruppen auf eigene Faust – erkundet worden war, hieß das nächste Ziel Niagara Falls. Die spektakulären Wasserfälle zwischen Eriesee und Ontariosee, die bei 57m Fallhöhe etwa 5700m3 Durchfluss pro Sekunde aufweisen, konnten sowohl von oben als auch vom Boot aus direkt an ihrem Fuß bewundert werden.
Am Reisetag nach Montréal zeigte das nordamerikanische Klima seine typische Wankelmütigkeit und die Temperatur fiel um fast 20°C im Vergleich zum Ankunftstag, sodass die zwischenzeitliche Bootstour durch die Thousand Islands des Sankt-Lorenz-Stroms einen Vorgeschmack auf den bevorstehenden Winter bot. Doch Petrus hatte ein Einsehen und das Wetter besserte sich in den folgenden Tagen wieder merklich. Auch die Hauptstadt Québecs wurde anschließend gruppenweise erforscht. Der spürbare französische Einfluss ließ die Stadt mit ihren historischen Fassaden in einem romantischeren Gewand erscheinen, als dies in Toronto der Fall war und das mediterrane Flair war vor allem in Vieux Montréal und im Hafen spürbar. In unmittelbarer Nähe konnte man durch die quirlig belebten Gassen Chinatowns schlendern oder sich in der Ville Souterraine, der weltweit größten unterirdischen Stadt mit einem Gangsystem von über 30km Länge, hunderten Läden, Kinos, Konzert- und Konferenzsälen und Büroräumen, verlieren.
Bevor ein erneuter Ortswechsel bevorstand, ließen die Reisenden ihren Blick noch einmal vom Mont Réal über die Skyline der Stadt schweifen. Nun standen die scheinbar unendlichen Wälder, Flüsse und Seen des Landes auf dem Programm. Im Tremblant-Nationalpark war es möglich, eine deutlich kontrastive Atmosphäre zu den großen Städten zu spüren und die Ruhe zu genießen. Bei strahlendem Sonnenschein konnten sowohl eine kurze aber intensive Wanderung als auch eine ausgedehnte Kanutour, die jeweils mit atemberaubenden Naturerlebnissen verbunden waren, erlebt und die andere Seite Kanadas kennengelernt werden.
Zuletzt führte die Reise das Seminar über einen Abstecher in einen Wildpark, der die Fauna der Region präsentierte, in die Landeshauptstadt Ottawa, wo sich erneut ein anderes Gesicht des Landes zu erkennen gab. Die majestätischen Gebäude des Parliament Hill sowie die Altstadt mit ihren zahlreichen Pubs, Restaurants und Bars erinnerte stark an englische oder irische Stadtstrukturen und ein Besuch derselben zeigte, dass der äußere Eindruck nicht täuschte. Übernachtet wurde in den Zellen eines ehemaligen Staatsgefängnisses, was nicht jedem den angemessenen Platz bot, sich zu entfalten, jedoch wie wohl viele Erlebnisse während der Fahrt unvergesslich bleibt.
Auf die Aufarbeitung vieler dieser Momente lässt sich erwartungsfroh vorausblicken, denn während der gesamten zehn Tage arbeiteten die Schülerinnen und Schüler eifrig an ihren Videoprojekten, führten Interviews, legten Videotagebücher an, dokumentierten Land und Leute, u.v.m., sodass mit einem eindrucksvollen und umfassenden Rückblick auf die vier Gesichter Kanadas sowie seine bunte Bevölkerung und die typischen kulinarischen Spezialitäten von Apple Pie bis Poutine zu rechnen ist. Eher unfreiwillig wurde auf der Rückreise in Zusammenarbeit zwischen Sturmtief Xavier und der Informationsabteilung der Deutschen Bahn auch noch mit einem alten Mythos aufgeräumt und nach über 30 Stunden Reisedauer können Schüler, Lehrer und auch einige Eltern nun bestätigen: Bielefeld gibt es doch.
Alexander Elbel

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