Projekte und Exkursionen

Ausdrucksweisen zeitgenössischer Grafik – Oberstufenkurse besuchen Ausstellung von Nadine Fecht im Kunstverein Wolfenbüttel –

Flecken, Risse, Löcher, Kreise, die sich ausbreiten, zum Zentrum ballen oder als Linien verdichten. Die von Weitem ästhetisch wirkenden Arbeiten von Nadine Fecht erweisen sich bei genauerem Hinsehen als Produkt eines zerstörerischen Zeichenprozesses mit Zündpulver und Zündschnur. Auch die Absperrgitter, die den normalen Laufweg im Verein versperren, versetzen die Papierarbeiten ins Hier und Jetzt. Im Gespräch der SchülerInnen mit den Studierenden der Kunsthochschule Braunschweig ergaben sich gerade durch die Kontextualisierung der Grafiken mit den Absperrgittern und den dort installierten Laptops spannende Korrespondenzen, Fragen zu den titelgebenden Themen Eigentum und Sicherheit und den Ausdrucksweisen zeitgenössischer KünstlerInnen.
Der mit den Gittern assoziierte Begriff des Widerstandes war im anschließenden Workshop Ansatzpunkt einer künstlerisch-praktischen Auseinandersetzung mit dem Werkmaterial Papier. Die bisher nur mit der gegenständlichen Ausdrucksweise vertrauten SchülerInnen hatten hier die Möglichkeit, Neues auszuprobieren und Neugier zu entwickeln.

Die Kunstlehrerinnen der Großen Schule bedanken sich ganz herzlich bei Lucia Pacheco-Dehne sowie Maja Zipf, Studierende der HBK Braunschweig, und bei Stine Hollmann, Geschäftsführerin des Kunstvereins Wolfenbüttel, für die Vorbereitung des Workshops und die Begleitung unserer SchülerInnen während unseres Ausstellungsbesuchs.

Theresia Träger

 

Bildwelten – barocke und moderne Ästhetik im Vergleich. Zu Besuch im Herzog Anton Ulrich-Museum

Zum Abschluss des ersten Semesters besuchte der Leistungskurs Kunst während eines Projekttages das Herzog Anton Ulrich – Museum in Braunschweig. Praktisch und rezeptiv konnten die Inhalte des Semesters zum Inhaltsbereich „Bild der Zeit“ mit dem Schwerpunkt „Bilder der Vergänglichkeit“ sowie „Farbmaterie und Malprozess“ anhand der Sammlung und der sich anschließenden Atelierarbeit im Museum noch einmal in der Gesamtschau und im Kontrast vertieft, diskutiert und erprobt werden.
Das Herzog Anton Ulrich-Museum bietet sich hierfür besonders an, weil dessen Sammlung eine Vielzahl von Stilllebendarstellungen flämischer und holländischer Meister in barocker Ästhetik präsentiert. Neben kleinformatigen Kabinettstücken gibt es großformatige Galeriebilder; Blumenstillleben stehen neben Frühstücksstillleben und unmittelbar an die Sinne appellierende Darstellungen werden durch stärker symbolhafte Darstellungen ergänzt.
Die sinnlichen Qualitäten (zum Beispiel der Form, der Oberfläche und Farbe) haben die Symbolhaftigkeit und die begrifflichen Vorstellungen der mit den Gegenständen verbundenen Inhalte des Alltagsgegenstandes zu einem bildwürdigen Bildgegenstand im Barock gemacht. In den Werken von Emil Schumacher werden allein die Farbe und das Material zu Bedeutungsträgern und bildwürdigen Bildgegenständen.
Angeregt durch die sinnlichen Qualitäten der Ausstellungsbilder wurden unter Verwendung von vielfältigen Materialien und Farben im Atelier die genannten Aspekte selbst praktisch ausprobiert und variiert.