Grußwort des Schulleiters 2009/10
Grußwort des Schulleiters
Liebe Schülerinnen und Schüler, sehr geehrte Eltern und Freunde der Großen Schule, liebe Kolleginnen und Kollegen.
Das vergangene Schuljahr und das kommende stehen in besonderem Maße unter dem Vorzeichen spannender Entwicklungen, die wir mit Freude begleiten.
„Schule ist keine Frage von Strukturen“ las ich neulich in einer pädagogischen Zeitschrift, sondern ein Begegnungsort konkreter Personen. Dem möchte ich ein „sowohl…als auch“ entgegenhalten.
Wir benötigen gefestigte Strukturen, mit denen wir im Dienste der Menschen flexibel umgehen. Zu den Strukturen – oder besser „Beziehungsgeflechten“ – gehören in der Systemtheorie die Elemente, in und zwischen denen sich etwas abspielt.
Ein wesentliches „Element“ erwächst gerade zwischen den Elster - und Geitel - Haus und dem Direktorenhaus. Die Bauarbeiten gehen zügig voran.
Spätestens zu Beginn des Schuljahres 2010/11 erhoffen wir uns die Fertigstellung von drei neuen Biologieräumen mit Sammlungsräumen, eines sehr großen Computerbereiches und neun allgemeinen Unterrichtsräumen sowie einer Mensa. Der noch unbenannte Neubau ist Teil eines neuen Gesamtkonzepts gymnasialer Bildung.
Durch die Verlagerung der Biologieräume schaffen wir im bisherigen naturwissenschaftlichen Trakt Platz für jeweils einen dritten Chemie- und Physikraum.
Es ist geplant, das Direktorenhaus zu einem „Haus des selbstständigen Lernens“ mit medialem Angebot umzufunktionieren.
Eine umfassende Schulhofgestaltung wird in Angriff genommen.
Der Aufbau eines attraktiven Mensabetriebs soll zum pädagogischen und gesundheitsfördernden Dreh - und Angelpunkt der schulgesetzlich bestimmten Strukturen werden, durch welche der Unterricht mit dem Abitur nach 12 Jahren verdichtet und noch stärker als bisher in den Nachmittag ausgeweitet wird.
Ein wesentliches Ziel verfolgen wir in diesem Kontext mit der Rückholung unserer 5. und 6. Klassen an den Stammsitz der Großen Schule seit 1879, so dass wir wieder eine Adresse angeben können: Rosenwall 12!
Alle diese Maßnahmen lassen sich unter dem Begriff eines „offenen“ Ganztagskonzepts vereinen und dienen letztlich der Stärkung unseres gymnasialen Bildungsanspruches.
„Offen“ betont dabei den Angebotscharakter.
Nun kommen die Menschen ins Spiel:
Elternhäuser, welche hinter unserem Konzept stehen und es konstruktiv mitbegleiten, der Schule den Rücken stärken.
Schülerinnen und Schüler, welche mit Freude zur Schule kommen, sich mit ihr identifizieren und ernsthaft lernen wollen, um ihre Begabungspotenziale auszuschöpfen.
All dies geschieht im Alltag. Ich möchte nur zwei Ereignisse der vorliegenden Chronik hervorheben.
Am 22. Juni erlief unsere Schulgemeinschaft über dreißigtausend Euro (!) in einem Sponsorenlauf zu Gunsten von zwei außerschulischen sozialen Projekten und der beabsichtigten Ganztagsschulentwicklung (Gestaltung des Schulgeländes). Wer beobachtet hat, mit welchem Engagement und welcher Solidarität Eltern, Schülerinnen und Schüler diese Veranstaltung, betreut durch unserer Lehrkräfte, realisiert haben, dem geht das Herz auf.
Am 19. Juni durften wir einen Abiturientenjahrgang verabschieden, welcher nicht nur mit herausragenden Leistungen (Notenschnitt von 2,34) die Große Schule verließ, sondern sich durch soziale Kompetenz auszeichnete. Es war eine Freude, mit diesen jungen Menschen gearbeitet zu haben.
Ich möchte uns Lehrer nicht vergessen. Alle Strukturen und Ansprüche gewinnen nur dann ihren Wert, wenn wir alle uns immer wieder klar machen, dass es auf den Lehrer ankommt. Etwas pathetisch las ich in der oben erwähnten Fachzeitschrift, dass der Lehrer Geburtshelfer der Bildungsbiographien sei. Die menschlich überzeugende Lehrer-Persönlichkeit und das didaktisch aufbereitete, anspruchsvolle Fachwissen prägen letztendlich. Das spüren unsere Schüler, deren Bildungsläufe ja auch nicht immer gradlinig verlaufen. Deshalb ist es ebenfalls unsere gemeinsame Aufgabe, Selbstvertrauen zu stärken, respektvoll und fair miteinander umzugehen, Geduld zu zeigen, trotz vieler dienstlicher sowie gesellschaftlicher Zwänge weltoffen, humor- und verständnisvoll zu bleiben, gleichzeitig Mut zur Wahrhaftigkeit des eigenen Tuns zu zeigen.
Mit viel Aufwand und Mühe haben wir die Qualifikationsstufe für den G8/G9-Jahrgang eingerichtet. Dabei wurde besonders Wert auf individuelle Wünsche und die Einrichtung akzeptabler Kursgrößen gelegt, so dass wir – verbunden mit aufmerksamer Betreuung – beruhigt auf das Abitur 2011 blicken können.
Schule als eine komplexe gesellschaftliche Keimzelle gehört zu den „offenen“ Systemen, die sich innerhalb eines Rahmens eigene vernünftige Spielregeln geben, um Verhaltenssicherheit zu erzeugen, gleichzeitig aber mit Augenmaß und flexibel im Alltag agieren.
Leitbild und Schulprogramm wurden in diesem Sinne von unserer Steuergruppe unter Beteiligung der Schulgemeinschaft entworfen und von Schulvorstand sowie Gesamtkonferenz gut geheißen.
Mein Dank gilt schon jetzt unserem Schulträger, welcher konsequent unsere pädagogischen Bemühungen unterstützt.
Herr OStR. Klaus Hantelmann hat dankenswerter Weise diese Chronik erstellt.
Ich wünsche uns allen ein erfolgreiches neues Schuljahr und möchte mit einem Zitat schließen, welches ich den Mitteilungen unseres Concilium Germanicum entnommen habe:
„Was immer Du tun kannst oder träumst es zu können, fang damit an!“ (Goethe)
Mit freundlichen Grüßen, Ihr Peter Ensthaler
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