Biology for beginners – Biologie für Dowe

Bericht über die Bio-Exkursion der Biokurse von Herrn Siebart zum Regionalen Umweltbildungszentrum  RUZ Dowesee Braunschweig am 26.5.2010
Biology for beginners – Biologie für Dowe

„Leinen los! Anker lichten!“  So schallt Kapitän Stauths Stimme über die Hafenanlagen des Braunschweiger Dowesees.

Mit seinen tapferen Ruderern Loos und Ruhe sticht er am Mittwoch, den 26 Mai Anno 2010, in See.  Schon zu Beginn der Expedition toben die Wellen zentimerterhoch gegen das prächtige 3-Mann Ruderboot. Die Drei sind überwältigt  von der unfassbaren Weite des Sees, der an seiner breitesten Stelle an die 120 m misst und mit Abgründen von bis zu 2,10 m aufwartet.  Doch an die unter der Wasseroberfläche lauernden Gefahren dürfen sie in diesem Augenblick nicht denken – es zählt nur die Mission.
Doch soviel soll an Spannungsmache reichen, da der Tag auch ohne Fluch-der-Karibik-Szenario genug Aufregendes zu bieten hatte.
Die Biologiekurse von Herrn Siebart  waren aufgebrochen, um im Zuge des Themas des zweiten Semesters, aquatische Ökosysteme, den Braunschweiger Dowesee einmal, im wahrsten Sinne des Wortes, unter die Lupe zu nehmen.
Wie oben beschrieben, begann der Tag der Exkursion nicht nur mit strahlendem Sonnenschein und angenehmen 25°C, sondern auch mit dem Aufbau der einzelnen Stationen, an denen rund um den See geforscht werden sollte. Dem vorausgegangen war ein einleitendes Gespräch mit Lehrerin Heidi David, Leiterin des regionalen Umweltzentrums Dowesee. In diesem  waren den Schülern neben Informationen zur Geschichte des Sees auch die Arbeitsaufträge mitgeteilt worden.
An Station 1 galt es einmal genau hinzusehen: Planktonmikroskopierung stand auf dem Plan. Plankton wurde mit einem speziellen Kescher, Planktonnetz genannt, dem See entnommen und anschließend unter dem Lichtmikroskop betrachtet. Von Mallomonas candata bis Keratella cochlearis war alles in der lebendigen Wasserprobe enthalten. Die Aufgabe der Schüler war es nun, die gefundenen Organismen zu zeichnen und anhand der Anzahl der Arten die Gewässergüte zu bestimmen. War dies erledigt, ging es auch schon mit Station 2 weiter.
Diese führte uns weg von den Mikroskopen und wieder deutlich näher an den See heran, denn hier sollte der Uferbereich untersucht werden. Da das Ganze aufgrund der Regenfälle der letzten Tage eine sehr matschige Angelegenheit zu werden versprach, standen wasserfeste Hosen zur Verfügung. So konnte das Ufer nach Kleinstlebewesen und den vorkommenden Pflanzenarten abgesucht werden. Die Funde wurden im Fall von Tieren in Nahrungsketten eingeteilt und im Fall von Pflanzen bestimmten Kategorien wie Tauchblatt- oder Sumpfpflanzen zugeordnet.
An Station 3 konnte der See einmal von allen Seiten betrachtet werden, denn es galt Messungen von Standortfaktoren durchzuführen und eine Pflanzenkartierung vorzunehmen. Es sollten also Faktoren wie Lufttemperatur, Bodentemperatur, Beleuchtungsstärke und pH-Wert gemessen werden, da diese eine entscheidende Rolle für das Gedeihen einer Pflanze spielen. Letztlich lag noch die Kartierung der Pflanzen an. Hier bestimmten die Schüler mithilfe von Musterpflanzen auf Karteikarten die vorkommenden Baumarten rund um den See. Diese wurden in einen Lageplan eingetragen.
Die letzte und wohl auch feuchteste Station war Nummer 4. Hier war es Aufgabe der Schüler, chemische und physikalische Gewässeruntersuchungen durchzuführen. An einer quer über den See gespannten Leine, die als Abstandsmesser diente, konnten verschiedene Messungen durchgeführt werden. Tiefe, Sichttiefe, Wassertemperatur und Sauerstoffgehalt waren die Ziele dieser Untersuchungen, die mit Maßband, Secchi-Scheibe und Co. durchgeführt wurden.
Alles in allem bleibt die Exkursion wohl als ein schönes und lehrreiches Ereignis in den Köpfen der Schüler, welches endlich einmal die im Unterricht erarbeiteten Inhalte in der Praxis zeigt und so für neue Motivation bei neuen Themen sorgt.

Verfasser: Fredrerik Ruhe

Zusätzliche Informationen